Freier und barrierefreier Zugang zu Bahnsteigen muss gewährleistet bleiben
Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland e. V. (ABiD) und seine Arbeitsgruppe
Mobilität (AG Mobil) sprechen sich entschieden gegen Überlegungen von
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger aus, den Zugang zu Bahnsteigen im Fernverkehr künftig
nur noch Reisenden mit gültiger Fahrkarte zu gestatten.
Bahnhöfe und Bahnsteige sind zentrale Bestandteile der öffentlichen Mobilitätsinfrastruktur. Sie
müssen für alle Menschen frei, barrierefrei und ohne Zugangshürden nutzbar sein.
Fahrkartenschleusen oder andere Zugangskontrollen würden insbesondere für Menschen mit
körperlichen Einschränkungen zusätzliche Barrieren schaffen und die selbstbestimmte Mobilität
erheblich beeinträchtigen.
Auch Begleitpersonen, Assistenzkräfte, Mobilitätsdienste sowie Unterstützungsangebote müssen
Bahnsteige jederzeit unkompliziert erreichen können. Zugangsbeschränkungen würden diese
notwendigen Unterstützungsstrukturen behindern und Menschen mit Behinderungen faktisch
ausschließen.
Der ABiD betont: Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe.
Maßnahmen, die den Zugang zu Bahnsteigen einschränken, stehen im Widerspruch zu den
Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention und gefährden die spontane,
selbstbestimmte Nutzung des öffentlichen Verkehrs.
Der Verband fordert daher, dass Bahnsteige und Bahnhöfe auch künftig uneingeschränkt und
barrierefrei zugänglich bleiben – für alle Menschen, jederzeit und ohne zusätzliche
Zugangshürden.
„Nichts über uns – ohne uns.“
Thomas Schirmer
Sprecher der AG Mobil
Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland e. V. (ABiD)
26 September, 2026