TÜBINGEN / BERLIN (kobinet) Die Universitätsstadt Tübingen spart bei der Barrierefreiheit – nun muss ein privater Spender einspringen. Weil die Stadtverwaltung sich weigerte, eine Behindertenrampe im Wert von rund 1.200 Euro für die Preisträgerin Cary Hailfinger zu finanzieren, übernimmt der Unternehmer Norbert Otto (C-tec GmbH) die Kosten. Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland „Für Selbstbestimmung und Würde“ (ABiD) hat das konkrete Unterstützungsangebot bereits offiziell an die Stadtverwaltung weitergeleitet, damit die Hilfe nun schnellstmöglich umgesetzt werden kann. Neben dem rein praktischen Abbau von Barrieren hat diese Spende eine fundamentale Bedeutung für die Selbstbestimmung und Würde von Menschen mit Behinderung. Ein barrierefreier Zugang entscheidet darüber, ob ein Mensch als gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft wahrgenommen wird oder vor verschlossenen Türen stehen bleibt. Die Rampe ermöglicht einen Auftritt auf Augenhöhe und schützt die persönliche Würde in Momenten, in denen die öffentliche Hand die Betroffenen im Stich lässt.

Für den ABiD bleibt der Vorfall dennoch ein Armutszeugnis für die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Boris Palmer. „Es ist beschämend, dass engagierte Bürger einspringen müssen, um die Pflichten der öffentlichen Hand zu erfüllen“, erklärt der ABiD-Vorsitzende Marcus Graubner. „Eine Summe von 1.200 Euro ist für eine Stadt wie Tübingen nicht einmal die Portokasse. Diese Absage sendet ein verheerendes Signal an alle Menschen mit Behinderung weit über die Region hinaus.“ Das Thema Inklusion werde von der Politik offensichtlich nicht ernst genommen.

Dank des schnellen Eingreifens von Herrn Otto ist der feierliche Anlass nun gesichert. Der ABiD erwartet von der Stadt Tübingen nun eine ebenso schnelle und unbürokratische Kooperation bei der Aufstellung.

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