Heute ist der Internationale Tag der Seltenen Erkrankungen. An diesem Tag wird weltweit auf die
Besonderheiten und Schwierigkeiten bei der Versorgung, Diagnostik und Therapie sowie Forschung
sogenannter seltener Erkrankungen (nur wenige Erkrankte insgesamt) hingewiesen.1
Und womöglich besitzt dieser Tag in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung:
Arzneimittelpreise steigen nämlich generell derzeit.23
Lieferengpässe beschäftigen die Politik und
Versorgenden.4
Auch werden für häufiger vorkommende schwere chronische Erkrankungen neue und
zielgerichtetere Therapien zunehmend angeboten. Diese sind jedoch oftmals sehr teuer.5
So nahmen wir am 01.02.2024 am Winterseminar des Vereins demokratischer Pharmazeutinnen und
Pharmazeuten (VdPP) zum Thema „Hohe Arzneimittelpreise – Gefährdung der Finanzierbarkeit unseres
Gesundheitssystems?“ teil.
Gerne unterstützen wir dabei die Forderung nach mehr Transparenz in der Arzneimittelpreisgestaltung und
Förderung einer besseren Verfügbarkeit.6
Immerhin geht es um die Behandlung und damit Lebensqualität
von (chronischen) Erkrankungen.
Allerdings dürfen Transparenz und Preispolitik nicht auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden.
Forschung und Verfügbarkeit muss für alle Patient:innengruppen – wie auch die seltenen Erkrankungen oder
für Menschen mit schwerem Krankheitsverlauf, für die Standardtherapien nicht mehr ausreichend sind –
erhalten bleiben. Die Auswahl sollte nach den Leitlinien und bestem medizinischen Wissen den
Behandelnden obliegen, die am besten weitere krankheits- und damit behandlungsrelevante Faktoren wie
Begleiterkrankungen kennen.
Andernfalls bedeutete dies schließlich eine Zunahme von Krankheitslast, verschlechterter Lebensqualität,
mehr Behinderung im täglichen Leben, Ausschluss von beruflicher und sozialer Teilhabe sowie im
schlimmsten Fall eine verkürzte Lebensdauer!
1 Allianz Chronsicher Seltener Erkrankungen. Tag der seltenen Erkrnakungen – Rare Disease Day. (Zugriff
22.02.2024: https://www.achse-online.de/de/was_tut_ACHSE/tag_der_seltenen/)
2 Kassenärztliche Bundesvereinigung. Höhere Preise und Innovationen – Mehr Geld für Arznei- und Heilmittel in

  1. (Zugriff 22.02.2024: https://www.kbv.de/html/1150_65897.php )
    3 Sucker-Sket K. Arzneimittelausgaben werden wieder deutlich steigen. Deutsche Apotheker Zeitung 10/2023
    (Zugriff 22.02.2024: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2023/10/10/arzneimittelausgabenwerden-wieder-deutlich-steigen)
    4 Statista. Anzahl der Lieferengpassmeldungen bei Arzneimitteln in Deutschland nach Gründen im Januar 2024.
    (Zugriff 22.02.2024: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1358330/umfrage/lieferengpassmeldungen-beiarzneitmitteln-in-deutschland/ )
    5 Vfa.Die forschenden Pharmaunternehmen. 28.12.2023 | PRESSEMITTEILUNG 042/2023 Zahlreiche neue
    Medikamente stehen für 2024 bereit – Markteinführung in Deutschland unklar. (Zugriff 22.02.2024:
    https://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-042-2023-zahlreiche-neue-medikamente-stehen-fuer-2024-
    bereit-markteinfuehrung-in-deutschland-unklar.html)s
    6 Brockfeld L. Modell gegen extreme Arzneimittelpreise. Pharmazeutische Zeitung 02/2024 (Zugriff 22.02.2024:
    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/modell-gegen-extreme-arzneimittelpreise-145262/)

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