Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland e. V. (ABiD e.V.)
ABiD e. V. Arbeitsgruppe Mobil begrüßt Kapazitätserweiterung auf der RE10 – fordert weiterhin
barrierearme Direktverbindungen
Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland e. V. (ABiD) und insbesondere die
Arbeitsgruppe Mobil unter dem Vorsitz von Thomas Schirmer begrüßen die angekündigte
Verstärkung stark nachgefragter Fahrten auf der Regionalexpresslinie RE10 zwischen Cottbus
und Leipzig. Ab dem 6. März 2026 werden an stark frequentierten Reisetagen – insbesondere
freitags, samstags und sonntags – zusätzliche Triebwagen eingesetzt, wodurch sich die
Sitzplatzkapazität auf diesen Verbindungen von bislang rund 180 auf etwa 360 Plätze
verdoppelt.
Diese Maßnahme ist ein wichtiger Schritt, um der steigenden Nachfrage auf dieser Strecke
gerecht zu werden. Mehr Sitzplätze und eine bessere Verteilung der Fahrgäste tragen dazu bei,
Reisen für alle Fahrgäste komfortabler zu gestalten – insbesondere für Menschen mit
Behinderungen, die auf ausreichend Platz, barrierearme Zugänge und eine verlässliche
Reiseplanung angewiesen sind.
Positive Aspekte sind auch die weiterhin bestehende zweistündliche Reiseverbindung zwischen
Cottbus und Leipzig sowie die Erhaltung aller Direktverbindungen für Fahrgäste aus Cottbus,
Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain. Durch die höhere Kapazität auf stark frequentierten
Fahrten können Engpässe reduziert und durchgängige Reiseverbindungen ohne
Kapazitätseinschränkungen verbessert werden.
Gleichzeitig weist der ABiD darauf hin, dass die Änderungen auch Nachteile für bestimmte
Fahrgastgruppen mit sich bringen. Fahrgäste aus Hoyerswerda müssen an bestimmten
Reisetagen und zu bestimmten Uhrzeiten künftig in Falkenberg (Elster) umsteigen, da die
bisherigen Direktverbindungen nach Leipzig auf diesen verstärkten Fahrten entfallen. Gerade
für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen können zusätzliche Umstiege eine erhebliche
Hürde darstellen.
„Mehr Sitzplätze sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig müssen wir
darauf achten, dass Verbesserungen im System nicht zu neuen Hürden für einzelne
Fahrgastgruppen führen“, erklärt Thomas Schirmer, Vorsitzender der ABiD-Arbeitsgruppe Mobil.
Der ABiD appelliert daher an die Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger, bei der weiteren
Planung des Angebots auch weiterhin barrierearme und möglichst umsteigefreie Verbindungen
zu berücksichtigen.
Der Verband wird die Entwicklung der Verbindung weiterhin aufmerksam begleiten und sich
dafür einsetzen, dass Barrierefreiheit, Verlässlichkeit und einfache Reisewege für alle
Fahrgäste gewährleistet bleiben.
V.i.S.d.P.
Marcus Graubner: Vorsitzender ABiD e.V.
Jörg Polster: Pressesprecher
Thomas Schirmer: AG Leiter Mobil