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ABiD ermutigt neue Antidiskriminierungsbeauftragte zu breitem Engagement:

„Ferda Ataman muss sich auch der Benachteiligung von behinderten Menschen widmen!“

Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland e.V. begrüßt die grundsätzliche Entscheidung des Bundestages, die Leitung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) nach Jahren der Vakanz und des rechtlichen Streits wieder neu zu besetzen.

Die Vorstandsmitglieder des ABiD Marcus Graubner, Klaus Heidrich und Andres Scheibner erklären zur knappen Wahl im Plenum: „Wir gratulieren Ferda Ataman zu ihrem Amt und wünschen ihr für diese wichtige Verantwortung in den kommenden Jahren gutes Gelingen. Gleichzeitig hoffen wir, dass aufgrund der durch die Personalie entstandenen Diskussion kein längerer Schaden für die Beratung, wissenschaftliche Begleitung und Öffentlichkeitsarbeit der Stelle entstanden ist und man sich nun wieder auf die inhaltliche Arbeit konzentriert“.

Entsprechend ergänzt werden diese Aussagen durch den ABiD-Sozialberater Dennis Riehle: „Die Bandbreite des Portfolios der ADS umfasst eben nicht nur die kritische Beobachtung von Antidiskriminierung in unserem Land und eine unterstützende Begleitung Betroffener von rassistischer und auf die Herkunft bezogener Ausgrenzung und Herabwürdigung. Stattdessen ist im Spektrum der Aufgaben auch die Benachteiligung von Menschen mit einer Behinderung als explizite Anforderung beschrieben. Und dass wir auch in diesem Bereich eine klare Forcierung beim Bekämpfen unterschiedlichster Diskriminierung benötigen, offenbaren die beim ABiD immer häufiger eingehenden Beschwerden über eine subjektive oder objektive Schlechterstellung von Personen mit Handicap im Arbeitsleben, in der Schule, bei beruflicher Bildung oder gegenüber Behörden. Hier bedarf es also sehr dringend einer Sensibilisierung und des Entgegenwirkens, beispielsweise durch rechtliche Auskunft und fachlichen Beistand, Orientierung über Maßnahmen der Abhilfe und regelmäßigen Bericht an das Parlament, um gesetzlich nachzuschärfen und reaktiv tätig zu werden“, so Riehle.

Des Weiteren fügt er an: „Ataman kann ihren in Kritik geratenen Stil der Provokation und Zuspitzung nun ummünzen, um auf die überaus vielfältigen Formen an Diskriminierung in Deutschland aufmerksam zu machen und damit ein Umdenken in den Köpfen derjenigen Bevölkerungsteile anzustoßen, denen ihr ausgrenzendes Sagen und Handeln ja oftmals überhaupt nicht bewusst ist. Die neue Antidiskriminierungsbeauftragte hat in ihrem Buch ganz wunderbar beschrieben, wie sich Alltagsrassismus äußern kann. Wenn sie dieses Problem nun auch auf Menschen bezieht, die wegen ihres Geschlechts, Alters, einer Behinderung, der Religion und Weltanschauung oder sexuellen Identität benachteiligt und entwürdigt werden, kann ein Neustart für die ADS durchaus gelingen. Gerne sind wir diesbezüglich zum Dialog mit der künftigen Leiterin bereit“, sagt Dennis Riehle abschließend.